Festwoche "Hochheim liest"

„Hochheim liest“, das bedeutet, dass sieben Tage lang 40 Veranstaltungen rund ums Buch auf dem Programm in der Stadt am Main standen, die 18.000 Einwohner zählt und sonst eher für ihren Wein bekannt ist. Jutta Bummel von der Hochheimer Buchhandlung Eulenspiegel hat zum ersten mal ein solches Lesefest organisiert. Die Leseförderung liegt der Buchhändlerin besonders am Herzen. Seit 2005 trifft sich der Leseförderkreis Hochheim auf Initiative der Buchhandlung Eulenspiegel. Die Organisation des Lesefests war für den gemeinnützigen Verein Kraftakt und Highlight zugleich. 27 Kooperationspartner halfen dabei, die Lesewoche zu stemmen. Die Schirmherrschaft hatte die Hochheimer Bürgermeisterin übernommen. Programmheft, Lesezeichen und Plakate waren durch ihre quietschgrünen Figuren schon Hingucker im Vorfeld. Außerdem begleiteten die Medien „Hochheim liest“ mit umfangreichen Berichten – darunter zwei Titelgeschichten und ein Radiobeitrag auf HR4. Aber lesen Sie selbst, was Jutta Bummel darüber erzählt.

  • Wann haben Sie mit der Vorbereitung begonnen?

    Wir begannen ca. 1 Jahr im Voraus mit den Vorbereitungen, wobei die Idee zum Lesefest schon viel länger gereift ist und mit den potentiellen Kooperationspartnern weit vorab angesprochen wurde.
  • Hatten Sie Kooperationspartner/Sponsoren? Wenn ja welche?

    Insgesamt waren es 27 Kooperationspartner (alles Kindergärten vor Ort, die Bücherei, die Schulen, die Kirchen, die Jugendarbeit, die Stadtbücherei, die Diakonie, Altenheim um nur einige zu nennen). Wir hatten die örtliche Zweigstelle der NASPA als Hauptsponsor, einige ortsansässige Firmen als großzügige Spender und Gelder aus Fördermitteln. Weiterhin hatten wir finanzielle Unterstützung durch alle Kooperationspartner, die eine Veranstaltung die über den Leseförderkreis durchgeführt haben und ein Hotel vor Ort ließ die angereisten Autoren kostenlos übernachten und die hiesige Druckerei kam uns mit den Druckkosten entgegen.
  • Wie haben Sie auf die Aktion aufmerksam gemacht?

    Wir hatten zu einer Pressekonferenz eingeladen, über viele Veranstaltungen berichtete die regionale Presse davor, innerhalb der Woche und auch danach sehr häufig. Wir hatten einen Internetauftritt, ein umfangreiches Programmheft, Schaufenster davor, währenddessen und danach, es gab Plakate und im Radio wurde berichtet.
  • Aus wie vielen Einzelaktionen bestand die Veranstaltung? Welche waren das?

    Insgesamt waren es über 40 Veranstaltungen. Es gab interne Veranstaltungen morgens in den Einrichtungen und öffentliche Veranstaltungen an den Nachmittagen und abends. Samstags wurde ab 14 Uhr ein großes öffentliches Abschlussfest mit allen Beteiligten gefeiert. Die Veranstaltungen waren sehr vielseitig. So gab es beispielsweise täglich die Teilnahmemöglichkeit an einer Druckwerkstatt, es wurde von einer Jugendgruppe ein Hörspiel produziert, Kindergartenkinder bastelten mit ihren Eltern Faltleporellos, Schüler führten ein Theaterstück zum Ritter Rost auf, andere übten sich beim Rappen von Goethetexten, eine Schülergruppe führte den Zauberlehrling als Schwarzlicht-Theater auf, es gab Autorenlesungen, Mitmachaktionen zum Thema „Wieso, Weshalb, Warum“ der Ravensburger Reihe, Vorleseaktionen für die Kleinen, Ausstellungen (Bilder von Antje Damm, eine Ausstellung Hochheimer Autoren bei uns in der Buchhandlung und eine Kinderbibelausstellung in Räumen der ev. Kirche), Vortrag zum Thema Sprachentwicklung und Sprachförderung mit Begleitausstellung in Form von Büchern, Kasperletheater, Bilderbuchkino...
  • Wie viel hat die gesamte Aktion gekostet?

    Insgesamt beliefen sich die Kosten auf ca. 8000 Euro.
  • Wie lange dauerte die Aktion selbst?

    Es gab an 7 Tagen Veranstaltungen.
  • Wie viel Personal war eingebunden?

    Da das Lesefest „offiziell“ nicht von der Buchhandlung organisiert wurde, sondern vom Leseförderkreis, der allerdings von der Buchhandlung Eulenspiegel gegründet wurde, war die Buchhandlung in sofern betroffen, dass wir selber Aktionen während des Lesefests angeboten haben und ich in der Woche komplett im Geschäft ausgefallen bin, da ich mich um die Veranstaltungen kümmerte und auch die Mitinhaberin Frau Schneider teilweise durch unsere Kolleginnen ersetzt werden musste. Die Kooperationspartner führten ihre Veranstaltungen eigenverantwortlich durch, bei Autorenlesungen und Mitmachaktionen wie dem Auftritt von Wolfgang Hering war immer jemand aus der Buchhandlung vor Ort. Ohne das Engagement der Kooperationspartner hätte das Lesefest so nicht stattfinden können. Die Arbeit der Sponsorengewinnung, finden von Spendern, Koordination des Ganzen, die Zusammenstellung des Programmhefts usw. geschah meinerseits ehrenamtlich in der Freizeit.
  • Wie schätzen Sie den Nutzen der Aktion ein?

    Sehr positiv! Vor allem auch der Kontakt zwischen den Kooperationspartnern ist bis heute sehr wichtig (zu Erzieherinnen, Lehrern, Logopäden hier vor Ort). Durch die gemeinsame Aktion haben wir uns von einer anderen Seite kennengelernt und die Bindung an das Geschäft ist dadurch noch intensiver.
  • Wie zufrieden waren Sie mit der Aktion? Hat es sich gelohnt?

    Für das erste Mal waren wir sehr zufrieden. Es hat uns viel Spaß gemacht, wir haben viel dazugelernt und freuen uns bereits auf das nächste Lesefest 2011.