15.04.2014

Fest für das Lesen: UNESCO-Welttag des Buches und des Urheberrechts am 23. April

Am 23. April feiern Deutschland und die ganze Welt ein Lesefest: Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte begehen den „UNESCO-Welttag des Buches und des Urheberrechts“. Rund um den weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren koordinieren der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen in Deutschland zahlreiche Aktionen.

„Das Buch ist das bedeutendste Kulturmedium. Trotz fortschreitender Digitalisierung ist es – gebunden, als E-Book oder Hörbuch – das Format, in dem wir die Entwicklung einer Geschichte oder die Durchdringung von Sachverhalten suchen und finden. Das Lesen und Hören eines Buches schafft eine nicht nur momentane Intimität. Es beansprucht und stärkt unsere Aufmerksamkeit. Der kulturelle Wert dieses Mediums besteht in der Einübung einer Haltung, die sich vom Lärm der Gegenwart abzuschotten vermag: Mit jedem Buch machen wir dem Gedränge des Alltags das Monopol auf unser Leben streitig“, sagt Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission.

„Bücher öffnen für jeden Einzelnen eine Welt: Sie vermitteln Wissen, Erfahrungen, Gedanken und entführen an ferne Orte oder in das Leben anderer. Eine aufgeklärte Gesellschaft braucht Bücher, denn nur wer liest, kann auch verstehen. Mit unserem Engagement für den Welttag des Buches unterstreichen wir diesen hohen Stellenwert von Büchern und möchten für die Faszination des Lesens begeistern“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

„Vor dem Hintergrund, dass 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben können, brauchen wir starke öffentliche Zeichen für das Lesen“, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Mit unseren breitenwirksamen Aktionen zum Welttag des Buches erreichen wir in diesem Jahr wieder Millionen von Menschen in ganz Deutschland – gerade auch diejenigen, die bisher wenig oder gar nicht lesen. Hieran müssen wir anknüpfen und dafür sorgen, dass Lesen an allen Tagen im Jahr fester Bestandteil des Alltags ist.“

In diesem Jahr feiert zum Welttag des Buches eine erfolgreiche Aktion von 2012 eine Wiederauflage: Die Aktion „Lesefreunde“ geht in Kooperation mit der Kampagne der deutschen Buchbranche, „Vorsicht Buch!“, zum zweiten Mal an den Start. 20.000 Lesebegeisterte erhalten Bücher, die sie rund um den Welttag des Buches an Freunde, Bekannte und Fremde verschenken können. Für die „Lesefreunde“ zieht die ganze Buchbranche an einem Strang: Die Aktion ist eine gemeinsame Initiative des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Lesen mit Unterstützung der Deutschen Post. Über 3.000 Buchhandlungen und Bibliotheken in ganz Deutschland dienen als Abholorte. Alle Buchtitel werden von den beteiligten Verlagen kostenlos zur Verfügung gestellt, die Autoren und Übersetzer verzichten auf ihr Honorar.

Bereits zum 18. Mal findet die Buch-Gutschein-Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ statt. Rund 800.000 Kinder aus 32.500 Schulklassen erhalten in diesen Tagen das Welttags-Buch „Die Jagd nach dem Leuchtkristall“ kostenlos in ihrer Buchhandlung. Die Aktion wird organisiert von der Stiftung Lesen zusammen mit dem Bundesverband und den Landesverbänden des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und wird bundesweit von den Buchhändlern vor Ort, dem cbj Verlag, der Deutschen Post AG sowie dem ZDF unterstützt. Die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen e.V. (avj) und der Sortimenter-Ausschuss im Börsenverein veranstalten außerdem die Aktion „Lese-Reise“ mit 74 Lesungen von Kinder- und Jugendbuchautoren in Buchhandlungen. Erstmals findet auch eine Lese-Tour mit Belletristik-Autoren statt – „Lesefreunde on tour“ –, organisiert vom Verleger-Ausschuss im Börsenverein und der Stiftung Lesen.

Die UNESCO-Generalkonferenz hat 1995 den 23. April zum „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ ausgerufen. Das Datum geht auf eine Tradition in Katalonien zurück: Zum Namenstag des Schutzheiligen St. Georg werden dort Rosen und Bücher verschenkt. Der 23. April ist zugleich der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Der Welttag des Buches wird heute in über 100 Ländern gefeiert, in Deutschland seit 1996.

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